Das Wasserkraftwerk Hagneck

Das 2015 eröffnete Wasserkraftwerk Hagneck ist eine ökologische Meisterleistung und ist schweizweit einzigartig.

Nach rund vierjähriger Bauzeit wurde das Wasserkraftwerk in Hagneck 2015 offiziell eröffnet. Mit seiner Energieproduktion von 110 Gigawattstunden leistet es einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der Region Seeland mit einheimischer und erneuerbarer Energie

Das Wasserkraftwerk Hagneck befindet sich in einer geschützten Auenlandschaft von nationaler Bedeutung. Dementsprechend wurde die Umweltverträglichkeit dieser Anlage bei der umfassenden Erneuerung in den Vordergrund gestellt. Mit dem erneuerten, modernen Kraftwerk wurde die Produktion ohne Nachteil für die Umwelt um 40 Prozent erhöht. Rund um das Kraftwerk wird sehr viel Wert auf die Renaturierung gelegt. Das Fischumgehungsgerinne ist schweizweit einzigartig und der neuentstehende Auenwald steht unter Naturschutz von nationaler Bedeutung. Damit wird eine maximale Energieeffizienz unter zeitgemässen, ökologischen Bedingungen erreicht.

Brutto-Energieproduktion des Kraftwerks Hagneck
0 Mio. KW/h
Gefälle des Kraftwerks Hagneck
00 m
Totale Leistung der Turbinen
0 MW
Durchflussmenge des Kraftwerks Hagneck
0 Millionen PET-Flaschen/
Minute

Auszeichnungen

Landschaft des Jahres 2017 - Stiftung Landschaftsschutz Schweiz

Zur Landschaft des Jahres 2017 zählt die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) die Region vom Stausee Niederried via Aarberg beziehungsweise Kallnach bis zur Mündung des Aare-Hagneck-Kanals beim Wasserkraftwerk Hagneck in den Bielersee. Die Energieinfrastrukturlandschaft am Aare-Hagneck-Kanal sei ein Modell für das Nebeneinander von intensiver Nutzung und hohen Schutzwerten, begründet die SL ihre Wahl.
In den letzten Jahren sind der Kanal und die Flusskraftwerke saniert worden, was zu bedeutenden Aufwertungen für Natur und Landschaft geführt habe. Daher zeichnet die Stiftung den Kanton Bern, die BKW und den Energie Service Biel/Bienne (ESB) für ihr «Engagement zur sorgfältigen, umwelt- und landschaftsverträglichen Sanierung» der Kraftwerke und die Umsetzung der Hochwasserschutzmassnahmen aus.
Dokumentation der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz

Umsicht 2017 - Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein SIA

Bereits zum vierten Mal würdigte der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein SIA mit seiner Auszeichnung Umsicht – Regards – Sguardi hervorragende baukulturelle Beiträge zur zukunftsfähigen Gestaltung des Lebensraums. Es sind Werke, die in hervorragender, innovativer Weise zur zukunftsfähigen Gestaltung des Lebensraumes beitragen, denen ein ganzheitliches Denken und Handeln sowie ein ausgeprägtes gesellschaftliches und baukulturelles Verantwortungsbewusstsein inhärent sind.
Umbau und Modernisierung des Wasserkraftwerks Hagneck am Bielersee repräsentierten für die Jury einen Dreiklang aus moderner Kraftwerkstechnik, sensibler Architektur und landschaftlicher Einbettung. Somit sind sie «ein wegweisendes Beispiel für die in den nächsten Jahren in grosser Zahl zu erwartenden Erneuerungen von Kraftwerken». Neben allen technischen und gestalterischen Anforderungen trägt das Projekt dem Artenschutz Rechnung.

«Award 2016 für Marketing + Architektur» - Kategorie Standortentwicklung

Die historische Kraftwerksanlage – eines der ersten Wasserkraftwerke der Schweiz – steht unter nationalem Denkmalschutz. Die einmalige Auenlandschaft am Bielersee, die im Bereich des Kraftwerkes eine besonders vielfältige Ausprägung hat, ist als Landschaftsschutzgebiet nationaler Bedeutung klassifiziert. Dem hat die BIK bei der Vergabe des Auftrags an Penzel Valier AG Rechnung getragen.
Durch das Absenken der Wehrbrücke beim Neubau Hagneck konnte der Eingriff in die weite, flache Auenlandschaft sanft und flach gehalten werden. Die Terrainanschlüsse an den beiden Ufern mit allen hierfür notwendigen Böschungen und Stützmauern blieben tief. Das ist gerade für die Panoramawirkung der Anlage auf die Weite des Sees von Bedeutung und hat die Jury des «Awards für Marketing + Architektur» überzeugt.

Bootstransportanlage

Die Bootstransportanlage steht kostenlos zur Verfügung. Für Rückfragen oder bei Problemen kontaktieren Sie bitte die Leitstelle der BKW unter der Telefonnummer 0844 121 175.

Max. Abmessungen der transportierbaren Boote:
Länge 10 m
Höhe 2 m
Breite 2.4 m

Bootstransportanlage Hagneck
Lockströmungen

Den Lockströmungen nach

Zu den wichtigsten Massnahmen der ökologischen Aufwertung gehört die Verbesserung der Fischwanderung: Dank zwei naturnahen Gerinnen mit zusätzlichen Lockströmungen werden die Fische in die «richtige Bahn» gelenkt. Die früher meist stufenartig angelegten Fischtreppen wurden aufgrund neuer Erkenntnisse zu naturnahen Umgehungsgerinnen weiterentwickelt. Das alte und das neue Kraftwerk besitzen nun je ein eigenes, einem flachen Wildbach nachempfundenes Umgehungsgerinne. Beide Gerinne werden zusammengeführt und dann gemeinsam als flacher Bach zum Oberwasserkanal geführt.

Geschichte

Die Juragewässerkorrektion ist ein einmaliges und unvergleichbares Pionierwerk zur Erschliessung und Gewinnung von Land. Mit einem ausgeklügelten Kanalsystem wurden in den Jahren 1867 bis 1891 die Wasserstände der drei Seen von Murten, Neuenburg und Biel gesenkt. Die Ländereien waren in Zukunft vor Überschwemmungen geschützt, und der entsumpfte Boden diente der Bevölkerung nunmehr als fruchtbares Landwirtschaftsland. Vollendet wurde dieses einzigartige Bauwerk mit der 2. Etappe zwischen 1962 und 1973.

Herzstück der Juragewässerkorrektion war der acht Kilometer lange Kanal von Aarberg nach Hagneck. Im Gegensatz zum Nidau–Büren–Kanal, wo es sich um eine eigentliche Flusskorrektion handelte, entstand mit dem Hagneckkanal ein völlig neuer, künstlicher Fluss.

Geschichte Hagneck

Mit Visionen zur Stromgewinnung

Der Bau des Hagneckkanals war Nährboden für weitere visionäre Ideen. Der Nutzen der grossen Naturkraft bei der Einmündung des Aare-Hagneck-Kanals in den Bielersee wurde entdeckt. Am 30. Mai 1891 wurde die Konzession den Gemeinden Biel, Erlach, Hagneck, Neuenstadt, Nidau und Täuffelen-Gerolfingen durch die Berner Regierung erteilt. Damit wurde die Grundlage für das weitere Vorgehen geschaffen. Fünf Jahre später übernahm die Elektrizität Motor AG Baden die Konzession von den Gemeinden und verpflichtete sich, innerhalb eines Jahres mit den Bauarbeiten zu beginnen. So konnte das Zustandekommen des Werkes gesichert werden.

1897 begannen die ersten Bauarbeiten und im Sommer 1899 wurde die Anlage in Betrieb genommen. Die Baukosten betrugen rund 3,6 Millionen Franken. Hagneck gehört zu den ältesten Wasserkraftwerken in der Schweiz – ein Denkmal der Technik und der Kulturgeschichte. Wasser zu Strom – ein Meisterstück par excellence.

Bild 1914

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